Die Rechnung kam drei Wochen nach dem Urlaub. Ich hatte sie fast vergessen. Dann: 340.80 CHF Roaming-Kosten für sieben Tage Split. Kroatien ist seit 2023 im Schengen-Raum und seit 2023 auch in der EU – ich hatte irgendwie im Hinterkopf, dass das Roaming dann automatisch günstiger sein müsste. Das war falsch. Oder zumindest: nicht bei meinem Tarif.
Ich hatte damals noch einen alten Swisscom-Vertrag, abgeschlossen 2019. Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied, das bedeutet: das EU-Roaming-Abkommen gilt für Schweizer Anbieter nicht automatisch. Man muss aktiv schauen ob – und wenn ja wie – Roaming im Abo enthalten ist. In meinem alten Tarif war es schlicht nicht drin. Jedes Megabyte kostete extra.
Was mich 340 CHF gekostet hat: Google Maps im Urlaub, täglich ein paar Stunden. WhatsApp mit Fotos nach Hause. Einmal ein kurzes Video gestreamt. Keine exzessive Nutzung. Aber ohne Flat geht das ins Geld – sehr schnell.
Welche Schweizer Anbieter EU-Roaming wirklich included haben
Nach dem Kroatien-Schock hab ich mich endlich mal hingesetzt und das durchgelesen. Hier ist was ich herausgefunden habe – Stand Anfang 2025, aber das kann sich ändern, also immer selbst prüfen.
Salt hat EU-Roaming in den meisten Abos included. Im Standardabo für 39 CHF kannst du dein Schweizer Datenvolumen in EU-Ländern nutzen. 20 GB auf Schweizer Tarif, dann wird es langsamer. Für normale Urlaubsnutzung reicht das.
Sunrise hat EU-Roaming ebenfalls in vielen Abos, aber lies die Details: In einigen günstigeren Tarifen ist Roaming auf eine bestimmte Datenmenge limitiert – zum Beispiel 5 GB EU, danach extra. Im Premium-Abo unbegrenzt innerhalb der EU.
yallo hat eine EU-Option die man dazubuchen kann, die ist nicht automatisch dabei. Das unterscheidet sich je nach Abo – wieder: nachschauen lohnt sich.
Das Wort "gratis Roaming" ist übrigens mit Vorsicht zu geniessen. "Gratis" bedeutet oft: im Preis inbegriffen, aber limitiert. Sunrise drosselt nach 100 GB im Ausland. Salt hat theoretisch Fair-Use-Grenzen. Wer zwei Wochen in Italien streamt und arbeitet, merkt das unter Umständen.
Für den normalen Sommerurlaub – zwei Wochen, Karten, Fotos verschicken, gelegentlich mal etwas suchen – reichen die enthaltenen Datenpakete bei Salt oder Sunrise vollkommen. Problematisch wird es wenn du remote arbeitest oder täglich stundenlang Video-Calls hast.
Was ich jetzt mache, bevor ich verreise
Ich hab mir angewöhnt, vor jedem Auslandaufenthalt kurz das Mobiltelefon-Abo zu prüfen. Konkret: in die App einloggen, Roaming-Einstellungen anschauen, bei Unklarheit die Hotline anrufen. Das dauert zehn Minuten und hat mir bisher dreimal fast eine böse Überraschung erspart.
Ausserdem: Kroatien, Island, Norwegen, Liechtenstein – alles Sonderfälle. Die sind nicht alle automatisch im EU-Paket drin. Manche Anbieter haben "Europa-Zonen" die sich leicht unterscheiden. Im Zweifelsfall fragen.
Wenn du weisst, dass du viel im Ausland unterwegs bist und dir beim Thema Roaming unsicher bist, lohnt sich ein kurzes Gespräch bei Tarifblitz. Die klären kostenlos ab welcher Tarif zu deinem Nutzungsverhalten passt – inklusive Ausland.
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