Die Rechnung kam an einem Dienstag. 230.40 CHF, davon 187 CHF "Roaming-Nutzung international". Ich hab die Zahl zweimal gelesen, dann meiner Frau gezeigt, dann nochmal gelesen. Wir waren zwei Wochen in der Toskana. Ich hatte mein Handy normal benutzt – Navigation, ein paar Anrufe nach Hause, WhatsApp. Wie bei jedem anderen Urlaub.

Was ich nicht richtig verstanden hatte: mein Abo bei Salt für damals 29 CHF enthielt kein EU-Roaming. Das stand im Vertrag, aber ich hatte das nicht bewusst registriert. Ich dachte, EU-Roaming sei inzwischen überall dabei.

Warum ich das falsch verstanden hatte

Die Schweiz ist nicht in der EU. Das weiss ich natürlich. Aber irgendwie hatte ich die EU-Roaming-Regulierungen, über die man immer wieder liest, auch Schweizer Anbietern zugeordnet. Das ist falsch. Schweizer Anbieter entscheiden selbst, ob und wie viel Roaming sie inkludieren.

Salt hatte in meinem Abo-Modell einen Roaming-Tagestarif: 5.90 CHF pro Tag, danach normale Nutzung im Rahmen des Abos. Ich hätte diesen Tagestarif aktivieren müssen – das hätte 14 Tage × 5.90 CHF = 82.60 CHF gekostet. Stattdessen: 187 CHF, weil ich einfach nichts aktiviert habe und per Standardtarif abgerechnet wurde.

Salt hat mir auf Anfrage erklärt was passiert ist. Kulanz gab es keine, weil die Nutzung korrekt abgerechnet wurde. Ich hatte schlicht den falschen Tarif.

Was ich jetzt anders mache

Ich hab nach diesem Erlebnis das Abo gewechselt. Ich zahle jetzt 10 CHF mehr pro Monat, habe dafür aber EU-Roaming für Daten und Anrufe inkludiert. Im Jahr spare ich damit – selbst mit dem höheren Grundpreis – deutlich, weil ich zwei bis drei Mal ins Ausland reise.

Vor jedem Urlaub: Roaming-Konditionen im Abo-Vertrag nachschauen. Nicht googeln was "normalerweise" gilt. Den eigenen Vertrag lesen.

Wer regelmässig ins EU-Ausland reist, sollte das unbedingt bei der Abo-Wahl berücksichtigen. Tarifblitz hat mir geholfen die Angebote mit und ohne Roaming direkt zu vergleichen – das hätte ich vor dem Toskana-Urlaub tun sollen.

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